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Ritalin oder die richtige Schule

 

Ob in Deutschland, Österreich oder der Schweiz: Die Debatte um die „richtige Schule“ kann sicher ein Dauerbrenner genannt werden. In unserer viersprachigen Schweiz geht es gerade wieder einmal darum, ob schon Erstklässlern Englisch beigebracht werden soll oder doch erst die wichtigste andere Landessprache und ob schon im Kindergarten Hochdeutsch gesprochen werden soll oder weiterhin Dialekt und wann und wie die Kinder an den Computer herangeführt werden sollen, den sie eh schon im Kinderzimmer stehen haben. Dass hier jedes zweite Kind neben den Schulaufgaben – die auch umstritten sind – privat noch in einen Förderunterricht in einem für seine Zukunft entscheidenden Fach geschickt wird, ist auch eine Tatsache. Neben der Geigenstunde und dem Frühjoga selbstverständlich, damit es auch zu etwas Bewegung kommt, was wiederum nur dem Lernziel zugute kommt.

Dass hier jede Gemeinde Schulpsychologen beschäftigt – nötig oder nicht – gehört bereits zum Standard. Und dass heute Ritalin geschluckt wird, wie wir früher geklaute Bonbons lutschten, als Zucker noch Zucker war, ist auch bekannt.

Als ich Lehrer war und insgesamt 30 Jahre lang als Vertreter und Fachlehrer von Schulhaus zu Schulhaus tingelte, von der Stadt aufs Land und wieder zurück, war von alledem noch wenig zu spüren. Und in meiner Kindheit in den 1950er Jahren auf dem Dorf hätte nicht einmal einer sagen können, was Pädagogik sein sollte – wohl etwas Medizinisches. Schon eher verstand man unter Psychologie, was man im Irrenhaus im Bezirksort vermutete, wenn wieder einer mit dem gelben Wagen, dem „gääle Wägeli“ abgeholt wurde, was gar nicht selten vorkam. Was auf unseren Bauernhöfen abging, hatte nichts mit den freundlichen Geranien zu tun, die man vors Fenster stellte. Darin war auch unser ärmlicher Bauernhof keine Ausnahme.

Das war alles nicht sehr schön, aber es war einfach so.

Auch was mit uns Kindern passierte, war nicht immer lustig. Auch nicht in der Schule, wo Ohrfeigen, in der Ecke stehen oder der „Tatzen“ mit dem Lineal auf die hingestreckte Hand noch zum offiziellen pädagogischen Inventar gehörten.

Aber wir Kinder hatten Spielraum nach Belieben. Jahrelang war uns Buben das Gehen praktisch unbekannt. Wir rannten. Gehen tat man auf dem Weg in die Schule oder in die Kirche, Gebäude, die man, kaum dass die Glocke ausgeklungen hatte, fluchtartig schreiend verließ und dann nur noch rannte, von Lernpfad zu Lernpfad – früher noch Wald und Wiese genannt.

Ich will nichts beschönigen, ein Psychologe hätte im einen oder anderen Schulhaus in diesem oder jenem Fall bestimmt gutgetan. Wenn wir vom Lehrer eine Ohrfeige gefasst hatten, verschwiegen wir es wohlweislich zu Hause, es hätte noch eine zweite abgesetzt. Es war doch ganz klar, dass wir den armen Lehrer aufs Blut geärgert hatten (was meistens stimmte). Gewisse Schüler aber wurden gequält und misshandelt, nicht zuletzt auch von der ganzen Klasse.

Aber wenn man Kindern Medikamente geben muss, damit sie über die Runden kommen, sollten sich Schulpsychologen fragen, ob nicht viel eher die Eltern zu behandeln wären. Getrauen sich Psychologen, ihre zugewiesenen Schüler in Schutz zu nehmen und den Fokus auf die Eltern zu richten? Ich arbeitete zehn Jahre lang als Heilpädagoge im Unikinderspital in Zürich, wo naturgemäß ein guter Teil der vom Schulbetrieb und Elternhaus überforderten Kinder mit psychosomatischen Symptomen die letzte Zuflucht sucht. „Bauchweh-Zimmer“ nannten wir ein Zimmer, in das wir Kinder legten, die bloß ein paar Tage Ruhe vor den übertriebenen Ansprüchen ihres elterlichen und schulischen Umfeldes brauchten. Aber schon anderntags standen die Eltern mit den Schulbüchern im Stationszimmer und Lehrer gaben telefonisch die Seitenzahlen durch, die beackert werden sollten, das Kind habe jetzt ja Zeit und einen Spitallehrer gebe es wohl auch. Der war ich. Ich hütete mich jedoch davor, die gestressten Kinder auch noch hier in ihrem letzten Schonraum unter Druck zu setzen. Ab und zu versteckten sich solche Kinder unter dem Bett, wenn sie entlassen werden sollten . . .

Bei dieser Debatte um die richtige Schule oder das richtige Maß an Anforderung an die Kinder (Schulaufgaben oder nicht / Schwerpunkt musische Fächer oder Computerwissen) kann man sich ja auch einmal fragen, wie wichtig Schule überhaupt fürs Leben ist. Wenn ich auf meine Zeit zurückblicke, als es noch keine Schulpsychologen gab und ein Kind mit ADHS noch „Zappel-Philipp“ oder „lebhaftes Kind“ hieß, und wenn ich mir vergegenwärtige, wo die Schulversager von damals mittlerweile im Leben stehen, so zweifle ich an der Wichtigkeit der Schule für einen späteren „Platz an der Sonne“. Nach meinem Verständnis rangiert die Schule nach der genetischen Veranlagung und dem günstigen sozialen Umfeld des Kindes erst an dritter Stelle. Bildung ist gut und recht, aber man kann sie sich auch selber holen. Meine liebsten Vorbilder, Künstler und Lehrer waren Autodidakten, darum authentisch und glaubwürdig. Bildung kann auch ein Fluch sein. Der Satz „Vieles hätte ich begriffen, wenn man es mir nicht beigebracht hätte“ hat viel Richtigkeit.

Es ging herum in der Weltpresse: Eine Mutter in New York ließ ihr Kind mit der U-Bahn über mehrere Umsteigestationen allein von der Schule nach Hause fahren, als dieses es wünschte. Sie gab ihm zur Not bloß Geld für ein Taxi mit und vertraute auf Gott oder die Menschen. Das Kind kam stolz und wohlbehalten nach Hause. Was früher selbstverständlich war, löste jedoch eine landesweite Empörung aus, wie konnte diese Mutter nur! Rabenmutter! Was trieben wir Buben damals auf dem Heimweg von der Schule – wie gesagt immer rennend – für lebensgefährlichen Unsinn. Es gehörte geradezu zum Programm. Wir mischten sogar Schwarzpulver, um Briefkästen zu sprengen. Ein Knabe beschaffte Schwefel, der andere Kohlenstoff, der dritte Salpeter, damit der Drogist nichts ahnte. Ab und zu kam es tatsächlich zu Unfällen, ich kam mehr als einmal blutend nach Hause. Aber für dieses Vertrauen, vor allem meines Vaters, ins „schon Gutkommen“ bin ich heute noch dankbar und versuche es auch meinen Enkeln weiterzugeben.

Und trotz oft miserablen Noten und dem permanenten Eintrag im Zeugnis: „stört den Unterricht“, habe ich auf dem zweiten Bildungsweg schließlich die Uni geschafft und blicke nach mehreren Berufen auf ein erfülltes Leben zurück.

Will sagen: Mit etwas weniger Betreuung und Psychologie wird die Welt des Kindes nicht untergehen, im Gegenteil. Denn was in Zukunft noch mehr gefragt sein wird als schon heute, ist Flexibilität, Lernen lernen, nicht vorgegebene Muster erfüllen. Die hysterische Angst vieler Eltern, ihr Kind könnte die nächste Prüfung nicht schaffen und müsse darum noch mehr Förderung oder gar Medikamente erhalten, wirkt diesem unbestritten wichtigsten Ziel naturgemäß diametral entgegen.

Also Gelassenheit, liebe Eltern und Berater! „Lasst rauschen“, wie mein verehrter Vater und Bauer immer sagte, wenn wieder einmal das Chaos über unseren Hof hereinbrach, aus welchen Gründen auch immer.

PS: Zugegeben: Gleichungen mit zwei Unbekannten begreife ich heute noch nicht, ja sogar Dreisätze muss ich erst zeichnen, damit ich sie kapiere – aber solange ich mich sogar bei den Grundrechenarten, erst recht beim Prozentrechnen, meistens zu meinen Gunsten verrechne, lasse ich es gerne gut sein mit meinem katastrophal schwachen abstrakten Denkvermögen.

13 Responses to "Ritalin oder die richtige Schule"

  • Leitzsch
    30. Jun 2015 - 17:21 Reply

    Warum lernt man nicht in der schule auch fürs leben……immer noch denn alten schroot….die Eltern sind es nicht alleine….lerer schauen weg wenn was ist….es wird vor der schule gequalmt….früh und nachmitags…..die kinder machen sich an das es schon Körperverletzung ist…..keiner achtet denn anderen…das es schon Rassismus ist….zu dick zu klein schwarz weis….zu schwach zu schlau zu doof…etwas liebe wäre nicht schlecht mit ein ander

  • Kabbani,Nicole
    30. Jun 2015 - 18:09 Reply

    Bester Artikel seit langem

  • Tineli
    30. Jun 2015 - 19:18 Reply

    So sehr ich die grundsätzlich Tendenz ihres Artikels unterschreiben kann, so möchte ich doch sagen: Die pauschale Verurteilung von Medikation bei Kindern im allgemeinen und Ritalin im speziellen erweist einen Bärendienst denen, die es tatsächlich brauchen. Ja, ich bin auch überzeugt, dass Ritalin zu oft verordnet wird. Ein verantwortungsvollerer, differenzierterer Umgang mit diesem Medikament ist sicher notwendig.
    Ich kenne Erwachsene, die erst als Erwachsene die Diagnose ADS bekommen haben und auch erst dann eine Medikaton bekommen haben. Intelligente Menschen, die auf einmal sagen: „Was habe ich meinen Eltern für Sorgen und Probleme bereitet!“ und „Was hätte aus mir werden können, wenn ich das früher gehabt hätte?“ und noch viele ähnliche Sätze. Ein echter ADSler ist nicht einfach nur „lebhaft“ und macht besonders viele Streiche. Er ist unkonzentriert, und schafft auch später seinen Uniabschluss nicht. Er ist depressiv darüber, dass er es nie so schafft wie andere. Er hat ein viel höheres Risiko, drogenabhängig oder kriminell zu werden. Das war schon früher so (dann war er anfangs eben lebhaft, später faul und zum Schluss ein Taugenichts und völlig missraten) und hat nichts mit der „modernen“ Schule und fehlender Wiese und Wald zu tun.
    Aber das „Gelassenheit, liebe Eltern und Berater!“ kann ich grundsätzlich sehr unterschreiben. Nachdem ich so manchen verkorksten Lebenslauf gesehen habe, der dennoch irgendwie „gut“ geworden ist, bin ich auch im Umgang mit meinen Kindern gelassener geworden.

    • Marie
      1. Jul 2015 - 15:31 Reply

      Danke herzlich für diese Zeilen. Sie sprechen mir aus dem herzen! Als persönlich betreffone und mutter eines betroffenen.

    • Hess
      6. Jul 2015 - 14:24 Reply

      Liebe Tineli,
      Lieber Herr Näf,

      Ich unterschreibe fast alles was ihr sagt, aber mir fehlt ein wichtiger Aspekt in dieser ADS-Diskussion: Ein ADS oder ADHD ist keine Krankheit, sondern eine besondere Stärke. ADS-Kinder haben eine besondere Wahrnehmungsgabe. Sie spüren sofort, wenn im sozialen Umfeld etwas nicht stimmig ist. Wenn eine Lehrkraft mit einem Mitschüler ungerecht ist, wenn eine Spannung zwischen zwei Mitschülern aus der Pause noch fortbesteht oder wenn die Mehrheit der Klasse eine Aufgabe nicht verstanden hat: Es sind immer die ADS /ADHD-Kinder die darauf aufmerksam machen – mit Störungen natürlich, sie werden ja nicht um ihre Meinung gebeten. Schade dass sie dann oft sanktioniert werden statt dass ihr Rolle genutzt wird um die Unterrichtsgestaltung zu optimieren. Natürlich können sie sich weniger auf die kognitiven Arbeiten im Unterricht konzentrieren, wenn sie dauernd das Gruppengeschehen scannen müssen.
      Als Kinderpsychiater und Therapeut habe ich unzählige Unterrichtsstunden bei ADHD /ADS-Kindern beobachten dürfen. Sobald es gelang, die besondere Stärke dieser Kinder zu würdigen und die Lehrerinnen und Lehrer respektvoll bis dankbar mit den Hinweis-Störungen umzugehen begannen, war das Unterrichtsklima wieder intakt. Und es brauchte keine psychologische Einzelabklärung.
      Thomas Hess, Männedorf und Wädenswil (CH)
      (www.praxis-gerbestrasse.ch oder http://www.patchworkfamilien.ch)
      PS: Dies ist keine Kampfansage an alle, die testpsychologisch tätig sind. Diagnostik kann wichtig sein, v.a. um die Kinder davor zu schützen, dass man annimmt, sie könnten ihr Verhalten bewusst und ohne Hilfe von aussen ändern.
      Und ebenso wenig ist es eine Kampfansage gegen die Abgabe von Ritalin – sofern erwiesen ist, dass es für das Kind selber und für die Umgebung eine Verbesserung bringt.

    • Ingrid
      18. Aug 2015 - 14:39 Reply

      Dem kann ich nur zustimmen. Der Artikel ist super, doch leider leben nicht alle Menschen in einem Elternhaus, das sich für ihre Art eignet und ich hätte gute Noten schreiben können wäre es mir nur einmal gelungen auch in nicht so interessanten Stunden mich konzentrieren zu können. Ritalin ist nicht der Teufel, den wir an die Wand malen. Ritalin ist ein Medikament, das für manche Menschen genauso ein Segen ist wie Insulin. Vielleicht sollte man mal über das Leid nachdenken, das Adhs und Ads über die Menschen bringt. Nicht nur über die Menschen, die es haben sondern auch über die Geschwister, die oft mit runtergezogen werden.

  • Ellen
    30. Jun 2015 - 21:00 Reply

    Lieber Herr Naef,

    Das Problem ist, dass wir in diesem Falle tatsächlich einen Gleichung mit zwei unbekannten haben. Auf der einen Seite die Eltern und auf der anderen Seite die sogenannten Pädagogen in der Schule. Leider stelle ich immer wieder fest, dass die Schule immer mehr zu einer Demotivationsanstalt verkommt. Dinge, die ich als Elternteil auch mal gelassen sehen kann, werden zu einem Drama aufgebauscht. Da werde ich in die Schule zitiert, weil mein Sohn im Matheunterricht seine Englisch-Hausaufgaben abgeschrieben hat. Ganz schlimm! Das habe ich früher zuweilen auch gemacht – meine Eltern mussten deshalb nicht in der Schule antanzen.
    Muster müssen heute peinlich genau erfüllt werden, um zu bestehen. Querdenker bleiben da auf der Strecke. Für uns Eltern ist es unendlich schwierig das einigermassen aufzufangen.
    Da fällt es mehr als schwer gelassen zu bleiben.
    Mit besten Grüssen,
    Ellen

  • Detlef Koch
    30. Jun 2015 - 22:24 Reply

    Schach als Therapie gegen ADHS

    Ich arbeite als Schachpädagoge in Lübeck und verwende Schach als Therapie. Dabei nutze ich einzelne Elemente des Schachspiels, die ich in eigens dafür entwickelten Übungen isoliert habe, um bestimmte Hirnleistungen zu aktivieren und somit die Rechenfähigkeit, das Erinnerungsvermögen, Aufmerksamkeitsfähigkeit, die Fähigkeit Entscheidungen zu fällen, aber auch die Meta-Kognition zu verbessern. Für Kinder mit ADHS ist die gute Nachricht, dass man Impulskontrolle, Achtsamkeit, planvolles Handeln und Konzentration lernen kann und dass es auch noch Freude bereitet. Ich nutze die Verbindung von „gehirngerechtem Lernen“ (Lernen mit Begeisterung) und kognitivem Training seit Jahren. Wenn Kinder in einer Atmosphäre der Potentialentfaltung lernen, korrigieren sich die hirnbiologischen Gegebenheiten, die als ADSH ihren Ausdruck finden, fast von allein. Ein Wink an die Eltern – hören Sie auf Ihre Kinder in sinnlosen Freizeitaktivitäten zu bespaßen, sondern suchen Sie sich mit Ihren Kindern ein Projekt, bei dem Sie alle gemeinsam und vor allem die Kinder zeigen können, was in ihnen steckt. Überwundene Herausforderungen bereiten nachhaltig Freude.

    Ihr

    Detlef Koch
    (Schachpädagoge)

  • Sybille von Rothkirch
    30. Jun 2015 - 22:42 Reply

    Lieber Herr Naef,
    das hätte ich schreiben können, mit dem einen Unterschied, dass ich mit Mädchen und Jungs gerannt bin :-D. Wir haben Erdbeeren geklaut, sind auf Bäume geklettert und es gibt von mir kaum ein Foto aus meiner Kindheit, wo ich nicht aufgeschlagene Knie habe. Da wurde nicht gefragt, wie ist das passiert und gleich ein Arzt gerufen. Da kam ein Pflaster drauf und gut wars. Und wenn es eiterte, dann kam Jod hinzu. Das brannte, aber half.
    Ich habe vier Kinder, bei keinem hab ich auf Schulnoten oder Hausaufgaben geachtet und alle sind gut in der Schule bzw. haben ein gutes Abitur gemacht. Kinder müssen einfach wieder Kinder sein dürfen. Und ich hoffe, meine Kinder werden das bei ihren Kindern genauso halten.
    Beste Grüeß
    Sybille von Rothkirch

  • Antje Thrull
    1. Jul 2015 - 0:51 Reply

    Schöner Artikel. Vielen lieben Dank.

  • Walter Stein
    25. Nov 2015 - 14:16 Reply

    Naja. Wieder mal das übliche Schulbashing eines, der von der eigenen Erfahrung ausgeht und verallgemeinert. Schön, dass Sie es auf dem zweiten Bildungsweg geschafft haben. Wer in der Schule aufpasst, schafft es auf dem ersten. Und glauben Sie mir: Die Leben von Menschen, die keine Autodidakten sind und in der Schulde Freude haben, sind mindestens ebenso erfüllt. Allen „Schule-ist-doof-„Klischees zum Trotz. Klassiker auch, dass Leute wie Sie Mathematik für nebensächlich halten und mit fehlendem Wissen auch noch hausieren gehen. Darauf kann man wirklich nur stolz sein, so lange es noch genügend Menschen gibt, die die Bedeutung von Mathe und Naturwissenschaften zu schätzen wissen, denn diese sind für das moderne Leben noch unerlässlicher als Heilpädaogen.

  • Reinhold Altmann
    16. Jan 2016 - 12:23 Reply

    Lieber Herr Naef,

    Ihr Beitrag spricht mir nach über 20 Jahren erfolgreicher Nachhilfetätigkeit in Bayern wirklich aus dem Herzen. Speziell den Absatz, in dem Sie darauf pochen, dass das vornehmliche Bildungsziel sein muss, dass Kinder Eigendynamik und Selbständigkeit entwickeln, kann ich zusätzlich als Vater nur unterstreichen.

    Viel zu oft ist das ständige „Anschieben“ der Kinder und Jugendlichen vor jeder einzelnen Klassenarbeit kontraproduktiv. Kinder haben ihre individuelle Geschwindigkeit und wenn Eltern ihre Geschwindigkeit auf das Kind projizieren, kann im übertragenen Sinn der „Motor“ des Kindes überdrehen. Kinder bremsen dann eher, als dass sie einen Eigenantrieb entwickeln, der für nachhaltig erfolgreiche Leistungen in der Schule aber unabdingbar ist. Dieser Eigenantrieb wird sich aber erst wirklich entfalten, wenn der externe Druck weg ist (oder zumindest leichter wird).

    So erkennen Kinder, dass sie für ihren schulischen Erfolg hauptsächlich selbst verantwortlich sind, auch wenn den Eltern das Arbeitstempo oftmals zu langsam erscheint. Nur durch Eigenverantwortung und ein eigenes Lerntempo kann Erfolg in der Schule dauerhaft sein. Wenn der sprichwörtliche „Motor“ erst einmal ins Laufen kommt, wird er mit der Entwicklung des Kindes auch leistungsfähiger und schneller werden.

    Ich kann als Vater nur appellieren: Haben Sie Vertrauen in Ihr Kind. Lassen Sie ihm alle Unterstützung zukommen aber achten Sie darauf, dass Ihr Kind diese auch will.

  • Patrik
    31. Jan 2016 - 14:15 Reply

    Als Schulfotograf lerne ich viele Kinder oder Heranwachsende kennen die schon früh auf Ritalin süchtig sind. Ich hoffe das da ne Lösung gefunden wird.

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