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Blog Archives

Eine getürkte Deutsche

Ich wollte Deutsche werden aus Überzeugung, aber die deutsche Politik und Bürokratie wehrten sich hartnäckig dagegen. Ich finde, das Deutschsein zahlt sich aus, vor allem beruflich. Es ist strukturiert und zielorientiert. Und es ist professionell und kompetent. Ich als Deutsche weiß, was ich will und ich weiß vor allem wie. Wenn mir meine türkische Seite nicht einen Strich durch die eigene Rechnung macht, komme ich meistens ans Ziel. Laut offiziellem …Weiter lesen

Je suis Charlie

Seit der Dschihad am 9. Januar in Paris angekommen ist, bin ich im Wechselbad der Gefühle. Mit Trauer im Herzen ist mein Mitgefühl mit den 17 Opfern und ihren Angehörigen. Unser Verlust ist groß, die Welt ist um ihren Humor ärmer geworden. Ich trauere um diese Helden und kann mir ein Beispiel nehmen an deren Mut, Kühnheit und Integrität. Mit ihrem Humor hatten sie mir diese grausame und chaotische Welt …Weiter lesen

Eine Katze als Antidepressivum?

Kızıl, ausgesprochen mit stummem i und weichem s (auf Türkisch: Rotschopf), wurde mir auf einem Parkplatz in Berlin-Mitte in einem Karton übergeben mit den Worten: „Sie ist die kleinste und die pfiffigste aus dem Wurf.“ Es war Christopher Street Day in Berlin, weswegen wir große Umwege fahren mussten, um nach Hause zu kommen. Der Himmel hatte seine Schleusen geöffnet, es blitzte und donnerte zugleich. In die obere Kante des Kartons …Weiter lesen

Neukölln reloaded

Seit ich nach Berlin gezogen bin, das ist jetzt 15 Jahre her, lebe ich in Nord-Neukölln. Als ich hierher kam, stand ein Bericht in einer der führenden politischen Zeitschriften über Neukölln mit der Überschrift: Die Bronx von Berlin. Über zwei Seiten erstreckte sich das Bild der Würstchenbude direkt an der Ecke, die es immer noch gibt und die damals wie heute ein gutes Geschäft macht. Genauso stellte es sich auch …Weiter lesen

Es kracht im Gebälk

Ich bin gerade sehr mit mir beschäftigt und das ist gut so. Denn in allen Ecken und Kanten kracht es bei mir im Gebälk. Das Erste, was ich ernsthaft hatte, war Rücken, auf gut türkisch gesagt. Da habe ich gemerkt, wie wichtig der ist, der trägt meinen ganzen Körper. Ich hatte schon mal so schlimm Rücken, dass ich nicht mal mehr stehen konnte, ich musste zur Toilette kriechen. Das ist …Weiter lesen

Die Bürde der Psychologin

Kurz vor dem Abitur fragte mich mein Klassenlehrer: „Weißt du schon, was du studieren willst?“ – „Ich dachte an Germanistik und Philosophie.“ Das waren meine Lieblingsfächer. Mein Lehrer hielt das für brotlose Kunst. Er sagte: „Du wirst einen guten Notendurchschnitt haben und könntest ein NC-Fach studieren.“ – „Was ist das?“ – „Das ist ein Fach, das viele studieren wollen – aber da es nicht so viele Plätze gibt, werden nur …Weiter lesen

Darf das ein Migrantenkind?

Ich bin das Kind türkischer Gastarbeiter in der zweiten Generation. Ich bin auf der türkischen Seite des schwarzen Meeres geboren und bei meinen Großeltern aufgewachsen. Nach deren Tod holten meine Eltern mich nach Deutschland. Aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse besuchte ich zunächst nur die Hauptschule. Doch irgendwie auf Umwegen brachte ich es bis zum Abitur, das mir die Welt zur Universität eröffnete. Am ersten Tag meines Psychologiestudiums bekam ich ein Faltblatt in …Weiter lesen