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Blog Archives

Verdunkelungsgefahr

Oder: Was der Bulle hinter sich lässt Die Illusion, dass die Informationsgesellschaft auch eine weltweite Wissensgesellschaft wird, ist zerstoben. Vor allem die Erfindung des Internets weckte die Hoffnung, alles Wissen dieser Welt könne nun von jedem jederzeit angeklickt werden – und die Multiplikation des Wissens führe zu einer neuen Phase der Aufklärung, der Rationalität und Bildung. Aber wir erleben gerade, so scheint es zumindest, den Beginn eines Zeitalters, in dem …Weiter lesen

Selbst ist der Mensch

Über Erfolg und Effektivität der Ratgeberliteratur Das Büchlein Gelassenheit. Was wir gewinnen, wenn wir älter werden des Philosophen Wilhelm Schmid, war im vergangenen Jahr laut SPIEGEL-Bestsellerliste das zweiterfolgreichste Sachbuch in Deutschland – wie schon im Jahr zuvor. Offenbar greift die Babyboomer-Generation, die gerade in breiter Front die Rentenjahre erreicht, gerne zu diesem Werk, verspricht es doch Hilfe in einer von Ängsten und Sinnkrisen geprägten Phase des Lebens. Schmids Traktat gehört …Weiter lesen

Kann denn Dummheit Sünde sein?

9/11 war ein großer Betrug, die Amerikaner haben das inszeniert, um einen Vorwand zu haben, im Irak einzumarschieren. Der Ebola-Virus wurde im Labor gezüchtet und absichtlich freigesetzt. Der Holocaust ist ein gigantischer Schwindel, es kamen nur ein paar hunderttausend Juden um. Deutschland ist kein souveräner Staat, sondern immer noch besetzt. Und die deutsche Lügenpresse hat sich verschworen, den nationalen Widerstand gegen die Überfremdung des doitschen Volkes zu brechen. Und, ach …Weiter lesen

Es gilt das gestammelte Wort

Von der Rhetorik-Verachtung unserer Eliten „Der Mond, meine sehr geehrte Damen und Herren, und ich sage das hier und heute mit allem Nachdruck, ist aufgegangen!“ Helmut Kohl (nach Dieter Hildebrand) In der Griechenlandkrise offenbarte sich die sprachliche Armut bei unserem politischen Führungspersonal besonders dramatisch. Je härter man in der Sache verhandelt, desto verbindlicher und überzeugender sollte man in der Sprache sein. Das Gegenteil war der Fall, Merkel und Schäuble, aber …Weiter lesen

Terrortourismus: Geborgen in der Hölle

Wir haben uns an die Nachricht gewöhnt, dass Tausende junger Männer aus westlichen Ländern aufbrechen, um dem IS-„Kalifat“ ihre Dienste anzubieten und für dessen Version des Islam zu kämpfen. Und zu sterben – das Risiko ist nicht gering, und nachweislich werden die „Westler“ bevorzugt in Selbstmordkommandos verheizt. Über Gründe, warum sich jemand in der gottverlassenen syrischen und irakischen Wüste einem völlig verrohten, fanatischen Regime zur Verfügung stellt, wird viel spekuliert …Weiter lesen

Ego am Stiel

Zum ersten Mal sah ich das Ding an einem sonnigen Januartag im Jahr 2015 am Arc de Triomphe in Paris. Ein japanisches Pärchen fummelte etwas aus dem Rucksack, das sich als Teleskopstock entpuppte. Mit zwei, drei Handgriffen montierten sie ein iPhone an die Spitze des Stocks, der ungefähr einen Meter lang war, streckten die Konstruktion am langen Arm vor sich – und fotografierten sich selbst. Eine riesige Figurengruppe mit napoleonischen Helden gab …Weiter lesen

Die Kunst, es nicht gewesen zu sein*

„Das habe ich getan! sagt das Gedächtnis. „Das kann ich nicht getan haben, sagt der Stolz. Endlich – gibt das Gedächtnis nach.“ Friedrich Nietzsche Wie der Einzelne und wie Kollektive mit ihren Fehlern, Vergehen, Versäumnissen umgehen, wie sie sich eigener Schuld stellen, prägt unsere Kultur mehr, als wir ahnen. Wir können immer wieder sehr unterschiedliche Arten besichtigen, wie sich Menschen ihren Verfehlungen stellen. Zwei aktuelle Beispiele: Da ist der FIFA-Skandal, …Weiter lesen

Vom Umdenken.  Zur Psychologie einer beliebten Floskel

Es vergeht kein Tag, an dem nicht in irgendeinem Leitartikel oder einem tremolierenden TV-Kommentar ein „Umdenken“ gefordert wird. Auch in Parlaments- und Sonntagsreden wird es immer wieder beschworen, auf Partei- und Kirchentagen sowie auf Aktionärsversammlungen. So ritualisiert ist die Umdenkphrase bereits, dass es eine stattliche Zahl von Websites, Zeitschriften, Initiativen gleichen Namens gibt. In der Forderung nach Umdenken artikuliert sich offenbar das vage zeitgeistige Unbehagen, dass „es so nicht weiter …Weiter lesen

Hätte, hätte, Fahrradkette

Das gelebte und das ungelebte Leben  Wie alles gekommen ist im Leben, und wie es auch ganz anders hätte kommen können, das ist eines der Themen, das Menschen beschäftigt, die in eine neue Lebensphase eintreten. So wie ich gerade – ich bin seit Januar 2015 in Rente. Bei jedem wichtigen Übergang ziehen wir üblicherweise Bilanz, blicken kritisch oder verklärend, zufrieden oder melancholisch auf das bis dahin gelebte Leben zurück. Das …Weiter lesen

Neues aus Digitalien

Auf der Multimedia-Seite meiner lokalen Tageszeitung fand ich kürzlich einen Artikel, der mich spontan faszinierte und mir nicht mehr aus dem Kopf ging. Ich habe ihn ausgeschnitten, und er dient mir nun als Beweisstück 14c bei Diskussionen über die Digitalisierung der Gesellschaft und ihre Folgen. Besser als dicke Sachbücher illuminiert der kurze Text in wenigen verbraucherfreundlichen Zeilen die Zukunft. Der Text ist überschrieben mit der Dachzeile Social Media: Überblick über …Weiter lesen