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Blog Archives

Das Arschloch ist immer der andere

Schrecklich, all diese Idioten, Egoisten und Rücksichtslosen, die uns das Leben vermiesen. Der ewig nörgelnde Chef, der lärmende Nachbar, die schnippische Freundin, der stänkernde und mobbende Kollege. Dann ist da der nahe Verwandte, dessen Launen und passiv-aggressive Macken wir still erdulden müssen – ist ja schließlich Familie. Und auch „da draußen“ tummeln sich „Zumutungen“ aller Art. Auf der Straße etwa, wo uns Raser, respektive Trödler und selbst ernannte Pädagogen, Poser …Weiter lesen

In die Schublade damit!

In die Schublade damit! Mit großer Sicherheit ruiniert das einen Abend in der Gesellschaft von Freunden oder guten Bekannten: zwei Weinkenner treffen aufeinander und steigern sich fachsimpelnd allmählich in eine Art Wettstreit hinein. Wenn das Expertentum zum Schaukampf gerät, ist der Abend gelaufen – die anderen Gespräche verstummen allmählich, und man erlebt staunend mit, wie man sich über Restzucker, Terroirs und Cuvées in Ekstasen reden kann. Derartige Laberflashs von Kennern …Weiter lesen

Liegen wie gedruckt: Zeitschriften zwischen Lifestyle und Zeitgeist

Wann immer ich Gelegenheit habe, wandere ich in den Bahnhofskiosken größerer Städte herum. Einige Male hätte ich fast meinen Zug verpasst, denn die schillernde Welt der Zeitschriften fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Deutschland ist Zeitschriftenland, wir geben pro Monat 267 Millionen Euro für diese Form von Lektüre aus. Und die Vielfalt des Angebots sucht weltweit ihresgleichen. Wussten Sie, dass es inzwischen drei Hochglanzmagazine für, nun ja, eingefleischte Veganer gibt? …Weiter lesen

Eine Überdosis Trump

Wie unsere Aufmerksamkeit gekapert wird In den letzten Wochen, eigentlich seit Beginn dieses Jahres – habe ich kaum ein Gespräch mit Freunden, Bekannten, Verwandten oder auch mit Wildfremden geführt, das nicht in kürzester Zeit bei dem Thema unserer Tage landete: Wie unter einem geheimen Zwang redeten wir über den neuen Mann im Weißen Haus. Er ist ein Ereignis wie sonst nur der Tsunami, Fukushima oder der Brexit. Und offenbar genauso …Weiter lesen

Stellt Euch vor!

                   Imagine there is no countries                    It isn´t hard to do                    Nothing to kill or die for                    And no religion too John Lennon Dieser kosmopolitische Traum aus den 1960er Jahren – stell Dir vor: keine Grenzen mehr, keine Religion, keine gewaltbereiten Nationalismen – ist gerade fürchterlich unter die Räder gekommen. Auch und gerade dort, wo der Traum schon Wirklichkeit geworden schien, in den säkularen, liberalen Demokratien des …Weiter lesen

Das Zeitalter des Fühlens

Seit diesem Jahr kursiert ein neuer Begriff, der die große Ratlosigkeit aller noch Denkenden gegenüber den nur noch Fühlenden auf den Punkt bringt – postfaktisch. In der halb ironischen, halb resignativen Chiffre vom postfaktischen Zeitalter bündelt sich das Unbehagen, dass Tatsachen, Wissen und Logik immer weniger und manchmal schon gar keine Rolle im öffentlichen Diskurs mehr spielen. All das, was unzweifelhaft ist, das Faktische eben, kann heute ohne Ansehensverlust oder …Weiter lesen

Ich mein` ja nur …

Was meinen wir eigentlich, wenn wir von „Meinungen“ sprechen? Der Bedeutungshorizont reicht von eher flüchtigen Einstellungen (auch so ein rätselhaftes Wort!) zu alltäglichen Fragen bis hin zu tief sitzenden Überzeugungen, von denen wir keinen Zentimeter abweichen, auch wenn es uns schaden könnte. Meinungen umfassen das Banale („Ich halte diesen Film für maßlos überschätzt!“), ebenso wie das Grundsätzliche, etwa weltanschauliche Glaubensartikel: „Der sogenannte Klimawandel ist das Ergebnis von statistischer Manipulation!“   …Weiter lesen

Den Stecker ziehen

„Achtsamkeit“ mag für Psychologen ein Standardbegriff sein, der sich mit einem bestimmten Forschungsparadigma verbindet. „Achtsam“ ist aber auch sehr schnell als Plapper- und Modewort in die Alltagssprache eingesickert. Ein „Streiflicht“ der Süddeutschen Zeitung vom 2. Juli dieses Jahres hat der Achtsamkeit kürzlich eine besondere Muffigkeit zugeschrieben („eines der scheußlichsten deutschen Wörtern … die verklemmte kleine Schwester der Wachsamkeit“). Und der Chronist und Kritiker der Digitalisierung, Jewgeni Morosow, sieht in dem …Weiter lesen

So grässlich hässlich

„Ich bin so hässlich, so grässlich hässlich, ich bin der Hass“ DÖF/Deutsch-österreichisches Feingefühl, Codo 1983 Man möchte sich eigentlich lieber mit Erfreulicherem beschäftigen, und die ironische Erich-Kästner-Frage geht einem durch den Kopf: Wo bleibt das Positive? Aber vergeblich sucht man die Zeitung nach Nachrichtensplittern ab, die Hoffnung nähren. Die Welt, so scheint es, wird von Tag zu Tag hasserfüllter: Krieg und Terror, Brandstiftung, Unterdrückung. Hunger als Waffe, Gewalt und Vernichtungswünsche in …Weiter lesen

Verdunkelungsgefahr

Oder: Was der Bulle hinter sich lässt Die Illusion, dass die Informationsgesellschaft auch eine weltweite Wissensgesellschaft wird, ist zerstoben. Vor allem die Erfindung des Internets weckte die Hoffnung, alles Wissen dieser Welt könne nun von jedem jederzeit angeklickt werden – und die Multiplikation des Wissens führe zu einer neuen Phase der Aufklärung, der Rationalität und Bildung. Aber wir erleben gerade, so scheint es zumindest, den Beginn eines Zeitalters, in dem …Weiter lesen