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Blog Archives

Liegen wie gedruckt: Zeitschriften zwischen Lifestyle und Zeitgeist

Wann immer ich Gelegenheit habe, wandere ich in den Bahnhofskiosken größerer Städte herum. Einige Male hätte ich fast meinen Zug verpasst, denn die schillernde Welt der Zeitschriften fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Deutschland ist Zeitschriftenland, wir geben pro Monat 267 Millionen Euro für diese Form von Lektüre aus. Und die Vielfalt des Angebots sucht weltweit ihresgleichen. Wussten Sie, dass es inzwischen drei Hochglanzmagazine für, nun ja, eingefleischte Veganer gibt? …Weiter lesen

Eine Überdosis Trump

Wie unsere Aufmerksamkeit gekapert wird In den letzten Wochen, eigentlich seit Beginn dieses Jahres – habe ich kaum ein Gespräch mit Freunden, Bekannten, Verwandten oder auch mit Wildfremden geführt, das nicht in kürzester Zeit bei dem Thema unserer Tage landete: Wie unter einem geheimen Zwang redeten wir über den neuen Mann im Weißen Haus. Er ist ein Ereignis wie sonst nur der Tsunami, Fukushima oder der Brexit. Und offenbar genauso …Weiter lesen

Stellt Euch vor!

                   Imagine there is no countries                    It isn´t hard to do                    Nothing to kill or die for                    And no religion too John Lennon Dieser kosmopolitische Traum aus den 1960er Jahren – stell Dir vor: keine Grenzen mehr, keine Religion, keine gewaltbereiten Nationalismen – ist gerade fürchterlich unter die Räder gekommen. Auch und gerade dort, wo der Traum schon Wirklichkeit geworden schien, in den säkularen, liberalen Demokratien des …Weiter lesen

Das Zeitalter des Fühlens

Seit diesem Jahr kursiert ein neuer Begriff, der die große Ratlosigkeit aller noch Denkenden gegenüber den nur noch Fühlenden auf den Punkt bringt – postfaktisch. In der halb ironischen, halb resignativen Chiffre vom postfaktischen Zeitalter bündelt sich das Unbehagen, dass Tatsachen, Wissen und Logik immer weniger und manchmal schon gar keine Rolle im öffentlichen Diskurs mehr spielen. All das, was unzweifelhaft ist, das Faktische eben, kann heute ohne Ansehensverlust oder …Weiter lesen

Ich mein` ja nur …

Was meinen wir eigentlich, wenn wir von „Meinungen“ sprechen? Der Bedeutungshorizont reicht von eher flüchtigen Einstellungen (auch so ein rätselhaftes Wort!) zu alltäglichen Fragen bis hin zu tief sitzenden Überzeugungen, von denen wir keinen Zentimeter abweichen, auch wenn es uns schaden könnte. Meinungen umfassen das Banale („Ich halte diesen Film für maßlos überschätzt!“), ebenso wie das Grundsätzliche, etwa weltanschauliche Glaubensartikel: „Der sogenannte Klimawandel ist das Ergebnis von statistischer Manipulation!“   …Weiter lesen

Den Stecker ziehen

„Achtsamkeit“ mag für Psychologen ein Standardbegriff sein, der sich mit einem bestimmten Forschungsparadigma verbindet. „Achtsam“ ist aber auch sehr schnell als Plapper- und Modewort in die Alltagssprache eingesickert. Ein „Streiflicht“ der Süddeutschen Zeitung vom 2. Juli dieses Jahres hat der Achtsamkeit kürzlich eine besondere Muffigkeit zugeschrieben („eines der scheußlichsten deutschen Wörtern … die verklemmte kleine Schwester der Wachsamkeit“). Und der Chronist und Kritiker der Digitalisierung, Jewgeni Morosow, sieht in dem …Weiter lesen

So grässlich hässlich

„Ich bin so hässlich, so grässlich hässlich, ich bin der Hass“ DÖF/Deutsch-österreichisches Feingefühl, Codo 1983 Man möchte sich eigentlich lieber mit Erfreulicherem beschäftigen, und die ironische Erich-Kästner-Frage geht einem durch den Kopf: Wo bleibt das Positive? Aber vergeblich sucht man die Zeitung nach Nachrichtensplittern ab, die Hoffnung nähren. Die Welt, so scheint es, wird von Tag zu Tag hasserfüllter: Krieg und Terror, Brandstiftung, Unterdrückung. Hunger als Waffe, Gewalt und Vernichtungswünsche in …Weiter lesen

Verdunkelungsgefahr

Oder: Was der Bulle hinter sich lässt Die Illusion, dass die Informationsgesellschaft auch eine weltweite Wissensgesellschaft wird, ist zerstoben. Vor allem die Erfindung des Internets weckte die Hoffnung, alles Wissen dieser Welt könne nun von jedem jederzeit angeklickt werden – und die Multiplikation des Wissens führe zu einer neuen Phase der Aufklärung, der Rationalität und Bildung. Aber wir erleben gerade, so scheint es zumindest, den Beginn eines Zeitalters, in dem …Weiter lesen

Selbst ist der Mensch

Über Erfolg und Effektivität der Ratgeberliteratur Das Büchlein Gelassenheit. Was wir gewinnen, wenn wir älter werden des Philosophen Wilhelm Schmid, war im vergangenen Jahr laut SPIEGEL-Bestsellerliste das zweiterfolgreichste Sachbuch in Deutschland – wie schon im Jahr zuvor. Offenbar greift die Babyboomer-Generation, die gerade in breiter Front die Rentenjahre erreicht, gerne zu diesem Werk, verspricht es doch Hilfe in einer von Ängsten und Sinnkrisen geprägten Phase des Lebens. Schmids Traktat gehört …Weiter lesen

Kann denn Dummheit Sünde sein?

9/11 war ein großer Betrug, die Amerikaner haben das inszeniert, um einen Vorwand zu haben, im Irak einzumarschieren. Der Ebola-Virus wurde im Labor gezüchtet und absichtlich freigesetzt. Der Holocaust ist ein gigantischer Schwindel, es kamen nur ein paar hunderttausend Juden um. Deutschland ist kein souveräner Staat, sondern immer noch besetzt. Und die deutsche Lügenpresse hat sich verschworen, den nationalen Widerstand gegen die Überfremdung des doitschen Volkes zu brechen. Und, ach …Weiter lesen