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Blog Archives

Reisen am Rande der Komfortzone

Vor ein paar Monaten war ich das erste Mal in Island, einem Land, das mich seit langem interessiert. Der Höhepunkt der tollen Reise war ein Ausflug ins lokale Schwimmbad von Reykjavik. Das klingt wenig spektakulär. Was also war so faszinierend daran? Zuvor hatte ich einen Bericht darüber gelesen, welch große Rolle das Baden in der isländischen Kultur spielt. Ob Alt oder Jung, Sommer oder Winter, man verbringt jede Woche viele …Weiter lesen

Trump-induziertes Angstsyndrom

Der Mann im mittleren Alter, den der Werbespot zeigt, ist erkennbar durch den Wind. Man sieht, wie er gegen aufsteigende Ängste kämpft, sich rastlos im Bett wälzt, aufgebracht ins Handy schreit. Eine freundliche weibliche Stimme fragt die Zuschauer, ob sie ebenfalls unter depressiven Stimmungen, Panikgefühlen, Schlafstörungen oder Reizbarkeit litten, und warnt, dies könnten Hinweise auf ein Trump-induziertes Angstsyndrom, kurz TIAD, sein. Dann beruhigt sie, das verschreibungspflichtige Medikament Impeachara könne helfen, …Weiter lesen

Büro Coffeeshop

Ein typischer Montagmorgen in meinem Lieblingscafé. Es ist ruhiger als an anderen Tagen, aber von den Stammgästen sind einige da. Auch ich komme mehrmals wöchentlich zu Peet’s Coffee & Tea, einem Coffeeshop drei Blocks von unserer Wohnung in Chicago entfernt. Je nach Bedürfnis gehe ich auch in andere Lokale: im Sommer zu einem Starbucks mit schattiger Terrasse; zum Schmökern in den gemütlichen Indieladen mit den bequemen Sesseln; wenn es mir …Weiter lesen

Ansteckende Gewalt und was man dagegen tun kann

Montags muss ich mich überwinden, die Chicago Tribune zu lesen. Regelmäßig berichtet die Zeitung dann von den Gewaltopfern des Wochenendes. Besonders schockierend was es im Februar, als innerhalb von drei Tagen drei Kinder erschossen wurden. Zwei Mädchen, 12 und 11 Jahre alt, sowie ein zweijähriger Junge wurden zufällige Opfer in verschiedenen Schießereien zwischen Bandenmitgliedern und Drogendealern. Eines der Mädchen spielte gerade mit Freunden Basketball; die anderen beiden wurden getroffen, als …Weiter lesen

Unerwartete Winterfreuden

In ihrer Weihnachtskarte schrieb meine Grundschulfreundin aus Köln, sie habe gerade gehört, dass es in Chicago momentan minus 30 Grad Celsius sei: „Brrrrhhh, solche Temperaturen kann man sich hier gar nicht vorstellen.“ Der Chicagoer Winter ist in der Tat berüchtigt: Von Dezember bis Februar liegt die Tagestiefsttemperatur im Schnitt bei minus 6 Grad Celsius bis minus 9 Grad Celsius, so dass sich der Schnee, durchschnittlich ein Meter pro Jahr, oft …Weiter lesen

Zu früh für Mrs. President

Es ist eigentlich nicht meine Art, negative Gefühle mit Shopping zu kompensieren. Doch am Tag nach der US-Präsidentschaftswahl habe ich mir eine Schultertasche, die ich schon lange im Auge hatte, gegönnt. Ich liebe das neue Stück – auch wenn ich nicht glücklich darüber bin, dass sich in meinem Kopf irgendwie der Ausdruck „Trump-Tasche“ festgesetzt hat. Jetzt werde ich durch sie ständig daran erinnert, wie unerfreulich der Wahlkampf verlaufen ist und …Weiter lesen

Habe ich was gegen Schwarze?

Seit Monaten treibt die US-amerikanische Öffentlichkeit ein Thema um: die Angriffe auf dunkelhäutige Bürger durch Polizisten. Immer wieder werden neue Fälle dokumentiert, bei denen Afro-Amerikaner von Polizeibeamten mit offenbar großer Gewalt angegangen oder sogar erschossen werden. Dazu kommen weitere Statistiken, die zu denken geben: So werden Schwarze und andere Minoritäten überproportional häufig angehalten, durchsucht, verwarnt, festgenommen und mit Handschellen abgeführt. Im Zuge der intensiven öffentlichen Diskussion werden zahlreiche Gründe für …Weiter lesen

Warum Gedanken an den Tod beflügeln können

Dies mag kein sommerliches Thema sein. Aber es ist eines das mir am Herzen liegt. Auf dem Rückflug aus dem Wanderurlaub vor ein paar Tagen waren sie wieder da, die Gedanken an den Tod. Während die Maschine beschleunigte und in die Lüfte abhob, dachte ich: Was, wenn der Flug mit einem Absturz enden würde und dies meine letzten Stunden wären? Fantasien über mein eigenes Ableben oder den Tod von lieben …Weiter lesen

Warum es manchmal vorteilhaft ist, ein Fremdsprachler zu sein

Im vergangenen Jahr habe ich mir einen langgehegten Traum erfüllt und hier in Chicago eine zwölfmonatige Ausbildung zur Yogalehrerin begonnen. Neben der Frage, wie ich neben meinem Beruf als Journalistin das intensive Programm bewältigen würde, trieb mich eine Sorge um: Wird es ein Nachteil sein, dass ich keine Muttersprachlerin bin? Mein Englisch ist zwar ziemlich fließend, doch wie jemand, der die Sprache von klein auf gelernt hat, parliere ich nicht. …Weiter lesen

Wegen Trump nach Kanada?

Ein Satz, den ich hier in den USA momentan oft und immer öfter höre: „Wenn Donald Trump die Präsidentschaftswahl gewinnt, ziehe ich nach Kanada!“ Es sind nicht nur Prominente wie Whoopi Goldberg, Rosie O’Donnell und Cher, die ankündigen, im Falle eines Falles ins nördliche Nachbarland zu ziehen. Als am Super Tuesday im März immer klarer wurde, dass der Immobilienmilliardär als strahlender (und prahlender) Sieger des Vorwahlkampf-Großtages hervorgehen würde, schnellte bei …Weiter lesen