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Blog Archives

Ansteckende Gewalt und was man dagegen tun kann

Montags muss ich mich überwinden, die Chicago Tribune zu lesen. Regelmäßig berichtet die Zeitung dann von den Gewaltopfern des Wochenendes. Besonders schockierend was es im Februar, als innerhalb von drei Tagen drei Kinder erschossen wurden. Zwei Mädchen, 12 und 11 Jahre alt, sowie ein zweijähriger Junge wurden zufällige Opfer in verschiedenen Schießereien zwischen Bandenmitgliedern und Drogendealern. Eines der Mädchen spielte gerade mit Freunden Basketball; die anderen beiden wurden getroffen, als …Weiter lesen

Unerwartete Winterfreuden

In ihrer Weihnachtskarte schrieb meine Grundschulfreundin aus Köln, sie habe gerade gehört, dass es in Chicago momentan minus 30 Grad Celsius sei: „Brrrrhhh, solche Temperaturen kann man sich hier gar nicht vorstellen.“ Der Chicagoer Winter ist in der Tat berüchtigt: Von Dezember bis Februar liegt die Tagestiefsttemperatur im Schnitt bei minus 6 Grad Celsius bis minus 9 Grad Celsius, so dass sich der Schnee, durchschnittlich ein Meter pro Jahr, oft …Weiter lesen

Zu früh für Mrs. President

Es ist eigentlich nicht meine Art, negative Gefühle mit Shopping zu kompensieren. Doch am Tag nach der US-Präsidentschaftswahl habe ich mir eine Schultertasche, die ich schon lange im Auge hatte, gegönnt. Ich liebe das neue Stück – auch wenn ich nicht glücklich darüber bin, dass sich in meinem Kopf irgendwie der Ausdruck „Trump-Tasche“ festgesetzt hat. Jetzt werde ich durch sie ständig daran erinnert, wie unerfreulich der Wahlkampf verlaufen ist und …Weiter lesen

Habe ich was gegen Schwarze?

Seit Monaten treibt die US-amerikanische Öffentlichkeit ein Thema um: die Angriffe auf dunkelhäutige Bürger durch Polizisten. Immer wieder werden neue Fälle dokumentiert, bei denen Afro-Amerikaner von Polizeibeamten mit offenbar großer Gewalt angegangen oder sogar erschossen werden. Dazu kommen weitere Statistiken, die zu denken geben: So werden Schwarze und andere Minoritäten überproportional häufig angehalten, durchsucht, verwarnt, festgenommen und mit Handschellen abgeführt. Im Zuge der intensiven öffentlichen Diskussion werden zahlreiche Gründe für …Weiter lesen

Warum Gedanken an den Tod beflügeln können

Dies mag kein sommerliches Thema sein. Aber es ist eines das mir am Herzen liegt. Auf dem Rückflug aus dem Wanderurlaub vor ein paar Tagen waren sie wieder da, die Gedanken an den Tod. Während die Maschine beschleunigte und in die Lüfte abhob, dachte ich: Was, wenn der Flug mit einem Absturz enden würde und dies meine letzten Stunden wären? Fantasien über mein eigenes Ableben oder den Tod von lieben …Weiter lesen

Warum es manchmal vorteilhaft ist, ein Fremdsprachler zu sein

Im vergangenen Jahr habe ich mir einen langgehegten Traum erfüllt und hier in Chicago eine zwölfmonatige Ausbildung zur Yogalehrerin begonnen. Neben der Frage, wie ich neben meinem Beruf als Journalistin das intensive Programm bewältigen würde, trieb mich eine Sorge um: Wird es ein Nachteil sein, dass ich keine Muttersprachlerin bin? Mein Englisch ist zwar ziemlich fließend, doch wie jemand, der die Sprache von klein auf gelernt hat, parliere ich nicht. …Weiter lesen

Wegen Trump nach Kanada?

Ein Satz, den ich hier in den USA momentan oft und immer öfter höre: „Wenn Donald Trump die Präsidentschaftswahl gewinnt, ziehe ich nach Kanada!“ Es sind nicht nur Prominente wie Whoopi Goldberg, Rosie O’Donnell und Cher, die ankündigen, im Falle eines Falles ins nördliche Nachbarland zu ziehen. Als am Super Tuesday im März immer klarer wurde, dass der Immobilienmilliardär als strahlender (und prahlender) Sieger des Vorwahlkampf-Großtages hervorgehen würde, schnellte bei …Weiter lesen

Amerika isst extrem

Mein Cousin besuchte uns vor drei Jahren zum ersten Mal in Chicago. Gleich in den ersten Tagen fiel ihm das große Angebot an gesunden Lebensmitteln auf: die vielen Salatbuffets in den Restaurants, überall frisch gepresste Säfte und Sandwiches aus Vollkornbrot. Essen in den USA, betonte er, habe er sich ungesunder vorgestellt. In der Tat: Je nachdem, wo man sich bewegt, bietet sich keineswegs das Bild einer Nation, die überwiegend von …Weiter lesen

Hilfreiches Herzklopfen im Rampenlicht

Seit meiner Jugend leide ich unter Auftrittsangst. Als Kind hatte ich noch keine Probleme, vor der Verwandtschaft selbst erfundene Theaterstücke aufzuführen. Doch heute sind „Auftritte“ jeglicher Art eine große Herausforderung für mich. In meinem Bekannten- und Kollegenkreis geht es vielen wie mir: Immer wenn man vor einer Gruppe von Menschen sprechen muss, sei es ein beruflicher Vortrag oder die Ansprache auf einem Familienfest, ergreift eine unangenehme Aufregung vom Körper Besitz. …Weiter lesen

„Kein Trinkgeld, bitte“

  Vor ein paar Wochen machte Danny Meyer, der Geschäftsführer einer Gastronomiefirma, die in New York City ein Dutzend Restaurants betreibt, eine Ankündigung, die in den USA einer Revolution gleichkommt: Man werde Trinkgelder (die in Speiselokalen im Schnitt 18 Prozent ausmachen) abschaffen und stattdessen die Preise und Löhne der Angestellten entsprechend erhöhen. Die Ankündigung setzte in den amerikanischen Medien eine äußert lebhafte Diskussion über die Vor- und Nachteile von Trinkgeldern …Weiter lesen