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Juli 2016

Über große und größere Sorgen

Die eigenen Sorgen sind meist nicht die größten, merke ich wieder. Kürzlich, an einem dieser warmen Berliner Sommerabende, sitze ich zur Belohnung nach einem fleißigen Schreibtag lesend bei einem Glas Weinschorle in der Böse Buben Bar. Es ist Freitag, überall Geplauder und Gelächter. Bei mir stattdessen ein Anflug des Gefühls großstädtischer Einsamkeit. Im Trubel um mich herum ist die Stimmung gelöst, ich dagegen vertiefe mich – allein – in den …Weiter lesen

Den Stecker ziehen

„Achtsamkeit“ mag für Psychologen ein Standardbegriff sein, der sich mit einem bestimmten Forschungsparadigma verbindet. „Achtsam“ ist aber auch sehr schnell als Plapper- und Modewort in die Alltagssprache eingesickert. Ein „Streiflicht“ der Süddeutschen Zeitung vom 2. Juli dieses Jahres hat der Achtsamkeit kürzlich eine besondere Muffigkeit zugeschrieben („eines der scheußlichsten deutschen Wörtern … die verklemmte kleine Schwester der Wachsamkeit“). Und der Chronist und Kritiker der Digitalisierung, Jewgeni Morosow, sieht in dem …Weiter lesen