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Mai 2015

3 : 1 für Barcelona oder etwas Küchenpsychologie

Sepp Blatter, der bisher zweifellos erfolgreichste Präsident des Weltfußballverbandes, sagte kürzlich: China habe 1,3 Milliarden Einwohner – er hingegen habe 1,5 Milliarden Fußballfans, es gebe kein Staatsoberhaupt, das ihn bei der Einreise nicht umgehend empfangen wolle. Blatter ist wohl tatsächlich einer der bekanntesten Erdenbürger unserer Zeit und regiert seine Fifa unangefochten wie ein Gott vom Olymp des Zürichbergs, abgehoben über den Niederungen unserer Stadt. Seine Tricks sind Legende und werden …Weiter lesen

Kommen Sie gut durch die Nacht!

Etwas hat sich an den Tagesthemen der ARD, wenn Thomas Roth sie präsentiert, verändert. Vor ein paar Tagen fiel es meiner Frau und mir auf: Thomas Roth begrüßt und verabschiedet nicht mehr sein Publikum mit den Worten: „Guten Abend, meine Damen und Herren“ und „Kommen Sie gut durch die Nacht“. Die Anrede hat er verknappt auf: „Guten Abend“; die Aufmunterung zum Abschied lässt er weg. Das hat uns überrascht. Ich …Weiter lesen

Über die große, wahre Liebe

In der Liebe sollten Emotionen die Hauptrolle spielen, doch so mancher resigniert bei diesem scheinbar aussichtslosen Unterfangen. Es ist Zeit für gezieltes Verlieben. Es ist die berühmteste Liebesgeschichte, die sich dort auf der Bühne abspielte. Mit magischen Momenten im Kerzenschein, wildem Blutvergießen beim Kampf zwischen den beiden verfeindeten Familien und einer quietschenden Hebebühne als Balkonersatz. Romeo und Julia lieben und leiden momentan im Deutschen Theater und ich bin begeistert (besonders …Weiter lesen

Vom Umdenken.  Zur Psychologie einer beliebten Floskel

Es vergeht kein Tag, an dem nicht in irgendeinem Leitartikel oder einem tremolierenden TV-Kommentar ein „Umdenken“ gefordert wird. Auch in Parlaments- und Sonntagsreden wird es immer wieder beschworen, auf Partei- und Kirchentagen sowie auf Aktionärsversammlungen. So ritualisiert ist die Umdenkphrase bereits, dass es eine stattliche Zahl von Websites, Zeitschriften, Initiativen gleichen Namens gibt. In der Forderung nach Umdenken artikuliert sich offenbar das vage zeitgeistige Unbehagen, dass „es so nicht weiter …Weiter lesen