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September 2014

Gläserner Bürger – gläserne Seele?

Der ehemalige Microsoft-Chef Brad Smith muss ein sehr integrer Mann sein. Als er gefragt wurde, ob das Gesichtserkennungsprogramm, an dem sein Konzern arbeite, nicht mit dem Recht jeden Bürgers auf Datenschutz kollidiere, also ein Politiker beispielsweise nicht auch das Recht habe, ein zweifelhaftes Lokal zu besuchen, ohne vom Handy eines Boulevardjournalisten mit allen Konsequenzen geortet und fotografiert zu werden, antwortete er vor Jahren schon: „Man geht eben auch nicht an solche …Weiter lesen

Es kracht im Gebälk

Ich bin gerade sehr mit mir beschäftigt und das ist gut so. Denn in allen Ecken und Kanten kracht es bei mir im Gebälk. Das Erste, was ich ernsthaft hatte, war Rücken, auf gut türkisch gesagt. Da habe ich gemerkt, wie wichtig der ist, der trägt meinen ganzen Körper. Ich hatte schon mal so schlimm Rücken, dass ich nicht mal mehr stehen konnte, ich musste zur Toilette kriechen. Das ist …Weiter lesen

Nous sommes en France

Reisen bildet, sagt man. Wer ins Ausland reist, kann Unterschiede zwischen dem fremden und dem eigenen Land entdecken. Wir waren vor kurzem an der Nordküste der Bretagne. Eine Schulfreundin meiner Frau (aus einem Schüler-Austausch), die wir am Strand trafen, lud uns „zu einem Aperitif“, wie sie sagte, gegen 12 Uhr zu sich in ihr Haus in der Nähe des Meeres ein. Es war herrliches Wetter; wir trafen uns in ihrem Garten. …Weiter lesen

Ein Plädoyer für schnelles Schlafen

In Berlin-Mitte ticken die Uhren anders. Zumindest nicht im Biorhythmus der Blog-Autorin, die zu einem maßgeblichen Anteil im Land der Frühaufsteher sozialisiert wurde und ohnehin wochentags von den lieben Kleinen zuverlässig vor Morgengrauen aus dem Bett gescheucht wird. Folgt man diesem lerchenhaften Schlaf-Wach-Rhythmus stoisch auch am Wochenende, wandelt man in Mitte morgens durch menschenleere Straßen und steht vor der verschlossenen Tür des Lieblings-Sonntags-Frühstück-Cafés. Der Mensch ist glücklicherweise anpassungsfähig, sodass mit dem …Weiter lesen

Kapitäne und Ratten

Die Ratte verlässt als erste das sinkende Schiff; der Kapitän als letzter. Warum das? Er wird am besten bezahlt, er trägt die höchste Verantwortung, es ist nur gerecht, dass er auch mehr riskiert als alle anderen. In den Schiffskatastrophen der jüngsten Zeit jedoch können wir eine auffällige Veränderung des Verhaltens der Kapitäne erkennen, das vielleicht sogar Schlüsse erlaubt auf andere, kostspielige Fehlleistungen der Gegenwart. Als das längere Zeit dickste Kreuzfahrerschiff …Weiter lesen